Bücher, Netzwelt und Stimmen in meinem Kopf

Dzien dobry i pozdrawiam z Warszawie! Guten Tag und viele Grüße aus Warschau!

Die Präsentation meiner spärlichen Polnischkenntnisse soll dazu dienen, dem geneigten Leser zu verdeutlichen, dass ich nunmehr in Warschau wohne und als Erasmus-Studentin ein ganzes Semester in Polens schöner Hauptstadt verbringen werde. Mein Ziel: Informatik-Kurse belegen, die ich mir anrechnen lassen kann, die Landessprache lernen und Warschau erleben.
Jetzt sind die ersten zwei Wochen herum und die Organisationslawine beruhigt sich langsam. Die Stadt erlebt hier gerade einen sehr goldenen und warmen Herbst, den man in den vielen Parks oder am Weichselstrand genießen kann. In der Sommersaison werden am Chopin-Denkmal im Łazienki-Park Open-Air Klavierkonzerte gegeben. Einen Tag nach meiner Ankunft hatte ich das Glück, das letzte Konzert in diesem Jahr zu erwischen.

Polen-Lektüre

Meine wichtigsten Begleiter

Polnisch ist insgesamt eine sehr melodische Sprache, auch wenn sie für ungeübte Ohren erstmal etwas von Klingonisch hat. Mit Sprachkurs und Wörterbuch von Langenscheidt konnte ich mich bisher immer erfolgreich mit den Einheimischen verständigen. Es war beim Kofferpacken nicht leicht, sich für eine begrenzte Auswahl an Romanen vom SuB zu entscheiden, wenn schon Reiseliteratur und Sprachführer so viel Platz benötigen.

Beim Sightseeing durch die Stadt habe ich – selbstverständlich –  die Augen nach Buchhandlungen offen gehalten. Sobald das Wort „Księgarnia“ über einem Geschäft zu lesen war, bin ich auf Erkundungstour gegangen. In meinen ersten Tagen habe ich die polnische Version von „Die kleine Raupe Nimmersatt“ mit nach Hause genommen. Wenn kleine Kinder mit dem Buch ihre ersten Wörter üben können, dann wird das ja auch für eine Deutsche funktionieren, die nicht erheblich mehr als „Guten Tag“ auf Polnisch sagen kann.

Buchsafari

Best of Buchsafari in Warschau

Die süße Kinderbuchhandlung namens „Kalimba Kofifi“ hat mich auf dem Heimweg in einer Seitenstraße im familienfreundlichen Stadtteil Zoliborz mit seiner bunten Fassade angelockt. In Einkaufszentren und der Innenstadt sind oft Buchhandlungen der Kette „matras“ zu finden. Mich zieht es allerdings dann doch in die Cafés, in denen alte Bücher in dunklen Holzregalen stehen.

Meine Lieblingsbuchhandlung in Warschau habe ich allerdings durch Zufall und auf Empfehlung von meinem Mitbewohner aus Frankreich entdeckt. Nach einem Spaziergang auf dem Dachgarten der Uni-Bibliothek sind wir in einer Buchhandlung mit Kaffee gelandet, die nicht nur unheimlich gemütlich ist (Rote Ohrensessel! Rote. Ohrensessel. ‚Duh! ) und eine verdammt gute Karte hat (Snickers Tartelettes! Schoko-Kuchen! Quiche! ). Soweit ich das einschätzen konnte, hat mir das Sortiment genauso gut gefallen. Einige englische Bücher waren auch dabei und eine großartige Auswahl von Kunstbildbänden. Ich bin verliebt!

Lieblingsplatz

Meine Lieblingsbuchhandlung in Warschau

Bisher ist die Bilanz sehr positiv: Ich habe sehr offene und interessante Menschen kennengelernt, fühle mich in meinem kleinen Zimmer mit Blick auf einen schönen kleinen Garten sehr wohl und bin sehr optimistisch, das Chaos mit meinen Kursen und Dokumenten zu bändigen. Ich versuche einigermaßen regelmäßig Reisejournal zu führen und habe beim Sightseeing bereits einige Souvenirs und Postkarten eingesammelt.

Aber es gibt noch einige interessante Buch-Schaufenster, für die ich noch keine Zeit hatte. Die nächste Buchsafari kommt also ganz bestimmt.

Souvenirs

Souvenir-Collage mit Reisejournal

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Kommentare zu: "Buchsafari in Warschau" (10)

  1. Schön, dass du von deiner Zeit in Warschau berichtest – ich finde das unheimlich spannend. So als Polin 😉 Ich stelle mir es ja sehr schwer vor, als Deutsche die Sprache zu lernen – wenn ich so drüber nachdenke, hat sie ja doch richtig schwere Tücken. Aber ich bin gespannt, wie du damit zurecht kommst!

    Und so als Tipp – es heißt „..pozdrawiam z Warszawy.“ 😉

    Liebe Grüße und viel Spaß auf deinen weiteren Buchsafaris!

    Jess

    • Oh danke für die Berichtigung! 😄 ich wusste gar nicht dass du polnische Wurzeln hast! Ich bin nahe der Grenze aufgewachsen, von daher klingt es nicht ganz so fremd. Aber die Grammatik hat es in sich 😉

      • Ja, beide Elternteile kommen aus Polen. Allerdings aus dem Süden. Bin dann auch zweisprachig aufgewachsen, sodass ich glücklicherweise die Sprache nicht wirklich lernen musste. 🙂

  2. tragikomisch schrieb:

    Oh, wie toll! Ich hoffe, dass es viel von deinem Aufenthalt in Polen zu lesen gibt. 🙂

  3. Unbekannte schrieb:

    Hallo Frau Pixel,

    toller Bericht. Ich möchte mehr davon lesen. Und gern wissen, wie die Buchhandlung mit den roten Sesseln heißt.

    Gruß von einer Unbekannten

    • Danke liebe Unbekannte!
      Sie heißt ‚Czuły Barbarzynea‘ und das heißt glaube ich ‚Fühlender Barbar‘. Ich versuche bald einen neuen Bericht zu schreiben, aber ich sammle noch Material.

      Liebe Grüße aus Warschau!

  4. oldwhiteman schrieb:

    Hallo Pixel! Im Januar werde ich nachsehen, ob Deine Beschreibungen passen! Des Platzproblemes wegen, sind E-Books auf Reisen sehr zu empfehlen!

    • Ja, E-Books sind da wirklich nützlich, wenn man seinen Reader eingepackt hat und nicht auf dem Nachttisch liegen gelassen hat (wie ich)

      Dann mal gute Reise!

  5. […] meiner ersten Buchsafari ist mir bereits der Filialist “matras” aufgefallen. In Sachen Größe der Buchstapel […]

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